Lesung aus dem Jugendroman „tschick“

Sie saßen still. Tatsächlich - Neuntklässler am Schuljahresende saßen 60 Minuten still. Eine ganze Stunde wurde am vergangen Dienstag der Lesung des Schauspielers Host Kiss aus dem Jugendroman „tschick" zugehört. Mal lachend, mal mitfühlend oder gerührt, aber von Anfang an gebannt vom Vortrag des Schauspielers lauschten sie dessen Worten. „Und danach hieß ich eben Psycho. Fast ein Jahr lang nannten mich alle so. Sogar im Unterricht. Sogar, wenn Lehrer dabei waren. ,Los, Psycho, spiel ab! Du schaffst es, Psycho!´“ Nicht nur diese Sprache des Romans, „die sich keinem Jugendslang anbiedert und doch ganz nah dran zu sein scheint am Denken und Fühlen seiner Helden" (Frankfurter Rundschau), sondern auch die lebendige Vortragsweise von Host Kiss war es, die am Schuljahresende ein wirkliches Eintauchen in eine vielschichtige Geschichte ermöglichte - und das ganz ohne Spezialeffekte oder neue Medien. Alleine eine Geschichte um zwei Jugendliche, die sich anfreunden und mit einem gestohlenen Wagen auf eine kleine Reise machen, zog die Jugendlichen in ihren Bann. Und wer weiß, vielleicht greift sogar der ein oder andere Neuntklässler in den Ferien zu Wolfgang Herrndorfs Roman, wenn er etwa wie der Hauptprotagonist dem Alltag entfliehen möchte. Host Kiss jedenfalls hat erzählt, brüllend komisch inszeniert, berührt und hoffentlich auch zum Lesen motiviert.

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