Gewaltpräventionsprojekt in Jgst. 8

Auf Du und Du mit der Polizei

An der Georg-Hartmann-Realschule führte die Forchheimer Polizei ein Gewaltpräventionsprojekt durch.

An einem Vormittag in der Nähe von Forchheim: Ein ganzer Bus ist fast bis auf den letzten Platz besetzt. Plötzlich betritt ein Mann den Bus und setzt sich ungefragt neben ein hübsches Mädchen. Sofort beginnt er sie zu bedrängen. Sie fühlt sich sichtlich unwohl und möchte, dass er sich auf einen anderen Platz setzt. Doch er denkt nicht einmal daran. Wie werden die anderen Insassen reagieren?

Diese Szene ereignete sich glücklicherweise nicht in Wirklichkeit, sondern an einem Freitag vor den Herbstferien im Rahmen des Projekts zur Gewaltprävention, das die Forchheimer Polizei an unserer Realschule in allen achten Klassen durchführt.

Am ersten Tag des Projekts sind alle Schüler nervös. Alle warten auf den Polizisten. Wie er wohl sein wird? Endlich geht die Tür auf und Herr Stolze betritt das Klassenzimmer. Er ist jung, lustig und trägt Freizeitkleidung. Wäre er in seiner Polizeiuniform gekommen, hätten die Jugendlichen sicher nicht so schnell Vertrauen zu ihm gefasst. Mit lustigen Spielen wie „Tornado“ oder dem „Stuhlspiel“ lockert er schnell die Atmosphäre auf und gewinnt so das Vertrauen der Schüler. Innerhalb von zwei Tagen hat Herr Stolze mit den Achtklässlern wichtige Themen wie Mobbing, Drogen, das Jugendschutzgesetz, Alkohol und Waffen besprochen. Anhand von vielen Beispielen und anschaulichen Rollenspielen brachte er den Schülern diese Probleme nahe.

Die ersten Auflockerungsspiele sind vorbei. Es ist still geworden im Klassenzimmer, alle starren auf die Tür. Die erste Schülerin kommt herein und läuft durch die nachgestellte Unterführung der Klasse 8g. Hier wird gerade nachgestellt, wie ein Mädchen belästigt wird. Der Polizist übernimmt die Rolle des Übeltäters: Plötzlich springt er hervor und baggert sein „Opfer“ mit dem Satz „Ey Schnegge, ich bin der König der Unterführung“ an. Die Schülerin dreht sich kopfschüttelnd um und geht. Mit dieser Reaktion ist Herr Stolze zufrieden. Allerdings haben noch nicht alle Schüler so vorbildlich gehandelt. Sie lernen, dass es die Situation sogar noch verschlimmern kann, wenn man zurückpöbelt oder sogar handgreiflich wird.

Das und auch anderes, wie zum Beispiel die eigene Meinung anderer zu akzeptieren, konnte man so auf spielerische Art und Weise bei dem Projekt lernen. Die zwei Tage waren deshalb wirklich sinnvoll, lehrreich und natürlich darüber hinaus eine Abwechslung vom Schulalltag. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass man die ganzen Situationen, die man durchgespielt hat, nur in der Theorie kennenlernen darf und nicht einmal in Wirklichkeit erleben muss.

Die Reportage wurde von der Klasse 8g gemeinsam mit Fr. Köberich verfasst.

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