Dem Gulag entkommen – ein Zeitzeugenbericht

Günther Rehbein – Ein Zeitzeugenbericht

Am Montag, 17. Dezember 2018, konnten die Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe einen 90-minütigen Geschichtsunterricht in Form eines Zeitzeugenberichtes erleben und erfahren. Wie auch in den letzten beiden Jahren berichtete der mittlerweile 85-jährige Günther Rehbein auch in diesem Schuljahr wieder sehr anschaulich und persönlich über sein Schicksal von der Verhaftung durch die DDR Staatssicherheit bis hin zu seiner Freilassung aus der Internierungshaft in einem sibirischen Gulag in Workuta. Nach einem kurzen Einführungsfilm nahm der aus Gera stammende Herr Rehbein die jungen Zuhörer mit auf eine sehr emotionale Zeitreise, deren Stationen eindrucksvoll das Unrechtssystem der DDR bzw. die schier unmenschlichen Folgen des Stalinismus aufzeigten. Ein zentrales Anliegen seiner Erzählungen -die er übrigens auch in seinem Buch Gulag und Genossen: Aufzeichnungen eines Überlebenden niederschrieb - ist die Tatsache, dass die Erinnerungen an den Unrechtsstaat DDR nicht vergessen werden dürfen, sondern aktiv aufgearbeitet werden müssen, um im Gedächtnis der jungen Menschen zu bleiben. Eindringlich appellierte Rehbein an seine Zuhörer, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass ein Leben in einer Demokratie eben nicht etwas Selbstverständliches sei, sondern das Demokratie gerade die aktive Mitarbeit von Jung und Alt benötige und ein Wegschauen bzw. Nichthandeln der falsche Weg wäre. Die zahlreichen Schülerfragen am Ende des Vortrags zeigten, dass das Thema viele Schülerinnen und Schüler sichtlich berührt hatte und dass die Arbeit mit Zeitzeugen einen wichtigen Beitrag zur Erziehung unserer Kinder zu kritischen und verantwortungsbewussten Menschen im Zeitalter von Fake News leistet.

Thomas Krauser, StR

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